Meh

Und während ich mich so in meinem Alltagsteufelskreis (voriger Eintrag) befinde, finde ich mich ketterauchend in einer kleinen Kneipe wieder. Als der Raum so verrucht tränen mir die Augen und ich muss daran denken wann ich zuletzt geweint habe. Das ist schon fast zwei Jahre her und es kommt mir so vor wie Gestern. Auf der Beerdigung der Mutter meines besten Freundes der ganzen Kindheit. Ich hatte mir schon damals die Frage gestellt ob ich weinen müsste, aber erst als ich meinen Vater sah der weinte konnte ich nicht mehr. So oder so. Ich hatte über die 2 Jahre vergessen wie es war. Es ist schon fast Sehnsucht, vielleicht die, mit der Leute die sich ritzen es beschreiben, man will wissen ob man noch fühlt. So oder so, am Ende des Abends landete ich mit Joints im Park, alleine . Irgendwann läuft ein Lied in meinem Ipod, oft gehört, selten zugehört. Ein Suizid einer jungen Frau, und sie verlässt die Welt ohne Abschiedsbrief. Mir war schon immer klar, dass ich mein Leben selbst beenden würde. In diesem Moment, fast in der Schnelle eines Reflexes schießen mir tausende Gedanken durch den Kopf. So intensiv, dass mein Kreislauf nicht mehr mitspielt und ich anfange zu schwitzen und zu schwindeln. Nach einer kurzen Beruhigung ordne ich die Gedanken; Ich bin nicht in der Lage diese Welt ohne einen Abschiedsbrief zu verlassen. Wie kann ich, jemand der geboren wurde um Mitmenschen zu enttäuschen sich das Recht nehmen, ohne Entschuldigung davon zu schreiten? Es tut mir leid dass ich bin wie ich bin, dass ich stetig Erwartungen untertroffen habe. Würde es keine Menschen geben, denen gegenüber ich mich schuldig fühle, würde ich nicht mehr leben. Die schlaflosen Nächte und Streite die ich meine Eltern gekostet habe, nachdem sie bereits eine perfekte Tochter geboren hatten.. Nein, ich gehe nicht ohne diese Worte, denn man soll wissen, dass es mir nicht leicht fiel all das zu ertragen, und nicht zu verstehen, was es nun ist, was mich selbst daran hindert zu tun was nötig ist. Ich kann nicht gehen ohne Worte für die Freunde zu hinterlassen. Jeder Mensch hat seine Fehler, die Kunst ist es, die der anderen zu ertragen und sie zu tolerieren. Und so unglücklich mein Leben für mich wirkt, so waren diese Zeiten umso unübertroffener. Ich weiß es sieht aus wie der leichteste Ausweg, aber das ist er nicht, das sollte nun hoffentlich klar gestellt sein. Es gibt Menschen die leiden ihr ganzes Leben lang, für Dinge die für andere kleine Probleme sind. Wenn jeder Mensch individuell ist, so ist jedes Wort unausgesprochen und frei von Bedeutung und jeder empfindet jegliche Situation verschieden.

Es ist kein leichter Weg, aber es ist ein Ausweg. Aber vielleicht werd ich auch einfach erwachsen.

24.9.12 10:16


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