Vorab: Ich bin betrunken.

Ich habe oft überlegt wie ich ausdrücken kann was ich empfinde, aber manchmal ist es auch sehr simpel; Ich habe Angst vor Menschen. Es ist garnicht mal die Angst, die man aus Horrorfilmen kennt, nein, ich würde mich eher als klassischer Soziphob bezeichnen. Wie das kommt weiß ich nicht. Klar definieren lässt sich die Angst auch nicht. Wovor genau habe ich Angst? Vor neuen Kontakten? Etwas bizarr, wo ich doch im Internet des öfteren neue Menschen kennen lerne. Angst die Leute an mich ranzulassen? Ebenfalls nicht richtig, Beweisstück A für die Internetmenschen - dieser Blog. Was ist es dann? Ich meide jegliche Konfrontation mit Menschen, gehe prinzipiell nur "raus" wenn ich eine Verabredung hab oder weiß, wen ich an dem Ort vorfinde, und meistens wünsche ich mir alle Dinge lieber Nachts zu erledigen. Offensichtlich ist es doch dann wohl, dass ich wach bin wenn andere schlafe und umgekehrt.  Ich weiß es nicht und es macht mich wütend. Schlimm genug, dass ich oft was im Blog schreiben wollte und nicht wusste was. Und nun bin ich hart angetrunken, und bereit etwas von mir zu geben.. Oder sauge ich es mir aus den Fingern? Doch darüber nachzudenken, ob ich etwas nur sage weil ich angetrunken bin, während ich angetrunken bin ist total sinnlos. Das Problem habe ich oft: Ich weiß, dass ich betrunken bin und  denke mir "Jetzt hast du ein OK dieses und jenes zu sagen." Normalen Menschen rutscht es im Rausch einfach raus, nicht aber mir, ich überlege konkret was ich bei welchem Pegel bereit bin von mir zu gehen, genau so wie ich mich neulich fast ins Koma gesoffen habe um über die verstorbene Mutter meines besten Freundes zu reden. Es war geplant, ich konnte nicht mehr grade auslaufen und kotzte mir die Seele aus dem Leib, aber ich wusste genau, dass ich das ansprechen werde sobald ich so besoffen bin.  Nutze ich den Alkohol also nur weil ich sonst nicht in der Lage bin sozial zu kommunizieren? Oder ist diese Frage total sinnlos, weil ich sie wie oben genannt im 1:1 Zustand mit mir ausdiskutiere, was ist hier die Realität, der Standpunkt von dem ich ausgehen muss? Ich bin verloren.
13.8.10 04:22


Des Öfteren, wenn ich Bus fahre, schaue ich verloren mit glasigen Augen aus dem Fenster, beinahe im Delirium und lasse die Gedanken schweifen. Dort zu sitzen wirkt beinah wie ein Traum, ich kann nicht begreifen, dass es Realität ist, und eingreifen kann ich auch nicht. Ich vergesse für kurze Zeit wohin die Fahrt gehen sollte, alle Ziele scheinen so nichtig, und ich verliere mich in den tiefsten und verwirrtesten Gedanken. Sehnsucht verwandelt sich in krankes Verlangen und auch andere Dinge werden plötzlich ganz neu betrachtet. Doch dann stoppt der Bus, stoppt die Reise in meinen Kopf, und plötzlich ist alles wie immer. Ich habe immer darauf gewartet erwachsen zu werden, wann bin ich in der Lage Verantwortung zu übernehmen? Wann sehe ich einen Sinn in Arbeit, in einer Existenzgründung? Doch es blieb mir immer vorbehalten. Früher wurde aus uns Kindern Jugendliche und Lutscher verwandelten sich in Joints, doch ich bin immer der gleiche geblieben, habe von außen alles wissend beobachtet, und doch bin ich alleine zurück geblieben. Damals war es nicht so tragisch... Schule, im Grunde genommen eine schöne Zeit.. Doch nun ist man erwachsen, bzw. sollte es sein, doch auch das bleibt mir vorbehalten. Und damit kommen zuviele Probleme, mit denen ich nicht umgehen kann. Aber ich will es auch garnicht mehr. Ich habe schon lange aufgegeben, und somit kann man mich aufgeben. Ein verschwendetes Leben, ja, und es tut mir leid jemand anders hätte es sicher mehr verdient. Ich wünschte ich könnt mit einem Kind tauschen das grad irgendwo im Dreck verhungert. Es wird ohnehin nicht lange mehr gehen. Die Welt bricht auf mir ein und irgendwann kenne ich nur noch einen Ausweg. Doch die Schuld trage ich, nicht die Gesellschaft, nicht meine Familie, nicht Gott oder sonst wer.. Nein, ich bin nur eine Maske, das habe ich immer gesagt.. Doch unter der Maske gibt es kein Gesicht. Ich gebe mir schon garnicht mehr die Schuld an Dingen die ICH zu verantworten hab, denn es war nicht ich - nein, es war mein Charakter der sich so entwickelt hab.. Es ist als wäre ich im Kopf gespalten, wie bereits erwähnt, ein Traum, in den mein wahres Ich nicht eingreifen kann. Die Welt ist nicht gegen mich, nein.. Ich bin ihr nur egal. Macht das es aufhört, bitte.
19.8.10 00:01


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