Wacht auf.

Einen weiteren 1. Mai, einen Staatsdiener am Boden und eine erneute Festnahme braucht es damit ich wieder einen Eintrag schreiben muss. Diese Jugend hat soviel Feuer, unterdrückte Träume verwandelt in Hass gegen die Repression. Dem Menschen wird es garnicht mehr ermöglicht, sich selbst zu verwirklichen, und damit meine ich nicht einen Wunschjob zu ergreifen, nein ich rede von Träumen die nie in Betracht gezogen wurde, an die man keinen Gedanken verschwendet hatte, da es von Anfang an von der Gesellschaft als pervers klassifiziert wurde. Ohne dieses Wissen überhaupt zu haben, lodert tief in einem das Feuer, die Gewissheit, dass etwas hier falsch läuft, suboptimal. Den Menschen wird also garkeine Möglichkeit gegeben, ein Leben nur im Sinne der unterbewussten Selbstinterpretation lebenswert zu machen. Nein! Alles ist vorprogrammiert, man wird nie wissen, wie man eigentlich empfinden würde. Arbeit, soziale Werte, Familie, Liebe, ALLES nichtig wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Doch man gibt dem Menschen keine Zeit über all das nachzudenken, um die Stabilität der Gesellschaft zu wahren. Ich habe vor einiger Zeit ein interessanten Text von Nietzsche darüber gelesen, der mich an die Thematik erinnert:

 "Ja man triumphiert darüber, daß jetzt »die Wissenschaft anfange, über das Leben zu herrschen«: möglich, daß man das erreicht; aber gewiß ist ein derartig beherrschtes Leben nicht viel wert, weil es viel weniger Leben ist und viel weniger Leben für die Zukunft verbürgt als das ehemals nicht durch das Wissen, sondern durch Instinkte und kräftige Wahnbilder beherrschte Leben. Aber es soll auch gar nicht, wie gesagt, das Zeitalter der fertig und reif gewordenen, der harmonischen Persönlichkeiten sein, sondern das der gemeinsamen möglichst nutzbaren Arbeit. Das heißt eben doch nur: die Menschen sollen zu den Zwecken der Zeit abgerichtet werden, um so zeitig als möglich mit Hand anzulegen: sie sollen in der Fabrik der allgemeinen Utilitäten arbeiten, bevor sie reif sind, ja damit sie gar nicht mehr reif werden – weil dies ein Luxus wäre, der »dem Arbeitsmarkte« eine Menge von Kraft entziehen würde. Man blendet einige Vögel, damit sie schöner singen: ich glaube nicht, daß die jetzigen Menschen schöner singen als ihre Großväter, aber das weiß ich, daß man sie zeitig blendet." (Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben)

Ich musste mich am Wochenende viel mit der Diskussion zur nötigen Radikalität bzgl. Politik außeinander setzen. Ich bin dort ein sehr extremer Mensch. Der Mensch in Deutschland vergisst doch oft, dass sich für seinen Reichtum woanders die Leichen stapeln, werden erschossen, erschlagen, verhungern. Das Land ist aufgebaut mit Geld an dem Blut der Schwachen klebt. Und während sich die Führer der Welt auf privaten Anwesen ein schönes Leben machen, führen sie die Schlachten auf unseren Straßen, und wir bringen uns um. Und wenn ich einen Feind ermorde, so blute ich doch mehr, denn ich weiß, dass es eigentlich mein Bruder war. Doch ein Krieg ist noch zu bestreiten, für die Liebe am Leben, gewinnen wir; Ewiger Frieden. Ich wünsche mir ein ganz neues Level von Gewalt, von Radikalität; Gleiches mit Gleichem, doch mit dem richtigen Motiv.

 

"Aufjedenfall war er ein Junge, der sich nie so leicht angepasst hat, der immer gefragt hat, der immer nachdenklich war. Ich wusste immer, wenn er etwas tut, dann wird er es mit allen Konsequenzen tun." - "Es stirbt ein jeder, kämpfend gegen die Schweine, den Tod verachtend. Das ist für mich dem Volke dienen." - "Den bewaffenten Widerstand organisieren, die Klassenkämpfe entfalten, die Rote Armee aufbauen." (RAF)

3.5.10 03:05


...

Selten finde ich Lieder, mit denen ich mich so identifizieren kann. Und gleichzeitig steigt Scham in mir auf, dass ich es nicht selbst verbalisieren konnte.. Wer bin ich, dass ich nicht in der Lage bin meine Gefühle darzustellen und für andere verständlich zu machen. Auch wenn diese Menschen keinen Respekt von mir haben, so kann man sie doch Künstler nennen.

 


Hin und wieder stell' ich fest,
daß ich nicht mehr lachen kann
Über Sachen die ich früher lustig fand

Hin und wieder merk' ich auch,
daß ich keine Menschen brauch'
und lieber ganz alleine bin

Doch der Schmerz ist zuckersüß
und irgendwie auch so vertraut
ich hab' mich dran gewöhnt
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bißchen Mut
und die paradoxe Wut
darüber wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins

Hin und wieder wird mir klar,
daß alles anders geworden ist,
als es scheint, daß es früher einmal war

Hin und wieder spüre ich,
daß ich die Sonne nicht mehr mag,
weil ich das helle Licht nicht mehr ertrag'

Doch der Schmerz ist zuckersüß
und irgendwie auch so vertraut
ich hab' mich dran gewöhnt
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bißchen Mut
und die paradoxe Wut
darüber wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins

Wie ein Quadrat in einem Kreis,
eck' ich immer wieder an
obwohl ich doch schon lange weiß,
daß ich niemals ändern kann
was sich niemals ändern wird,
weil das Schlechte immer bleibt
und doch die Sonne wieder scheint,
scheißegal was auch passiert

Immer wieder stell ich fest,
daß das hin und wieder
immer öfter ständig ist

 

24.5.10 02:19


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