Man sagt wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Wenn ich diese Metapher ausführe, komme ich zu dem Ergebnis, dass sich weder Türen schließen noch öffnen. Ich stehe vor Drehtüren, und desto fester ich drücke, desto schneller bin ich wieder draußen. Vielleicht konnte ich für einen kurzen Moment die angenehme, mit Sauerstoff angereicherte Luft in der Lobby schnuppern, doch bevor ich es realisieren kann, hat mich die Drehtüre wieder in den Regen befördert.
12.3.14 18:20


C'est la vie

Irgendwie hatte sich ein Satz eines Kommentares bei mir eingebrannt, mensch müsse ja nicht nur schreiben wenn es schlecht läuft. Und zugegeben hasse ich mich für einen weiteren Eintrag, doch den letzten kann ich leider nicht mehr so stehen lassen. Diese Ironie einen Eintrag zu verfassen quält mich dennoch ungemein. Vieles hat sich getan, das ist wahr. Doch wie das Leben so spielt wurde ich 1 Woche bevor ich den Mietvertrag auf der anderen Seite dieses Landes unterschreiben wollte, von der Universität der Nachbarstadt angenommen.

An diesem Punkt muss ich defintiv meinen Frust an diesem System ablassen. Ich habe ein schlechtes Abitur und damit steh ich ja nicht alleine da. Die NC-Werte sind jedes Semester unterschiedlich und es werden grundsätzlich weniger Plätze vergeben als möglich wären. Darauf trifft dann die realitätsferne Schulpolitik unseres Landes, nur um international besser da zu stehen, das Abitur zu verkürzen, um so mehr Abiturienten vorweisen zu können. Das weniger Plätze vergeben werden mag für den ein oder anderen vielleicht merkwürdig klingen, da man meistens vom Gegenteil hört. Aber dennoch ist es wirklich ein Witz wie einfach es ist, sich einen Platz an der Uni einzuklagen, im Verfahren verliert dort meistens die Uni. Wie auch immer, das führt natürlich dazu, dass wie auch ein paar Kommilitonen von mir, 1-3 Wochen nach Semesteranfang erst eine Zusage bekommen, was ein Leben ja praktisch auf den Kopf stellt.. Schneller Umzug oder langes Reisen, oder auch Monate couchsurfing, ich hab schon viel gehört.

Die Annahme an der Universität habe ich natürlich angenommen, da es mich schon immer in diese Stadt zog (trotz ihrer unglaublichen Hässlichkeit), in der ich übrigens auch geboren wurde. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich natürlich dennoch ans ausziehen, auch wenn die Uni nicht weit weg lag. Ich wollte endlich raus aus dieser Stadt, vorallem aus dem Elternhaus. Sehr gut getimet kam dann die Entscheidung der Eltern sich eine Eigentumswohnung zu kaufen, als Geldanlage. Dort ziehe ich momentan ein und kann mietfrei leben, bis ich einen Job in der Stadt habe. Das Studium ist ganz in Ordnung aber kommt gerade erst ins Rollen. Im Neujahr werden Klausuren geschrieben, und da wird es sicher nicht einfach für mich. Es ist schon komisch, wie mein Leben mir immer wieder einen Streich spielt. Da dachte ich, ich ziehe praktisch in ein neues Bundesland, weit weg, hatte mich seelisch darauf eingestellt und auch schon trotz Angst Vorfreude entwickelt, und da zieht es mich auf einen Schlag zurück, und das auch noch dahin, wo alles begann. Soll es dort auch enden?

Ich gehe wie immer mit gemischten Gefühlen, langsam und vorsichtig an die ganze Sache ran.

29.12.13 03:06


au revoir? oder auch nicht..

"Ich komm daher, wo wo man herkommt nicht so wichtig ist,
Deutsche Eltern, nivellierte Mittelschicht, ihr kriegt mich nicht
Zu fassen mittels Splitter biographischer Details.
Was mich einzigartig macht spielt sich ab zwischen den Zeilen,
Es lohnt genauer hinzusehen und schon ist es sich hinzugeben
Seeliger als alles einfach hinzunehmen.
Du bist hin und hergerissen in den Widersprüchen dieser Welt
Doch bei genauerer Betrachtung schließen Lücken wie von selbst."

In seiner ganz eigenen Weise ist dieser Eintrag ein Abschied, denn es ist Zeit zu gehen. Schluss mit diesem ganzen Scheiß, 6 Jahre Einträge, voll mit pubertärer scheiße und ich kann mich selbst nicht ausstehen dafür. Ich werde wegziehen, nächsten Monat. In ein neues Bundesland. Ich werde dann dort Soziologie studieren und mich um nichts mehr kümmern. Ich habe kein Bock auf diese Gefühlsscheiße, diese Art zweites Leben in meinem Kopf. Es macht keinen Sinn, es hat nie Sinn gemacht. Ich werde meine ganzen Werte beiseite schieben, und einfach drauf scheißen. Macht das nicht jeder so? Ist das nicht erwachsen werden? Ich geb einfach keinen Fick auf meinen ganzen Freundeskreis und ziehe an die andere Seite Deutschlands? Es ist schade, aber von meinen Ängsten mal abgesehen, freue ich mich auf die Zeit. Ich hoffe nur, dass ich klug genug bin um das Studium zu schaffen, das ist blöderweise meine größte Angst. Trotz meines geringen Selbstwertgefühls habe ich mich eigentlich immer für intelligent gehalten (dafür würde ich meine Hand aber nicht ins Feuer legen). Aber das bringt auch Probleme mit sich. Ich war immer faul, und habe während des ganzen Abiturs für nichts gelernt und es trotzem (zwar schlecht) geschafft. Ich weiß einfach nicht wie man lernt, ich habe es nie gemacht. Ich hoffe, dass ich einen Weg finde wie ich mir Dinge am besten einprägen kann. Dann schaffe ich das Studium. Was dann kommt liegt mir zu weit in der Zukunft, ich schaffe es ja kaum von A nach B zu denken. Ich hoffe für mich persönlich, dass ich hier nie wieder zu Wort komme, denn das hieße nur, dass es mir ziemlich beschissen geht.

 

Also Tschüss, ihr treuen und untreuen Leser, wenn man noch vom Plural sprechen kann. Ich weiß es nicht. Danke für alle die ihre Zeit geopfert haben, sich diese ganze einzige Blamage über die Jahre reinzuziehen, mir mit ihren Kommentaren immer Trost gespendet haben. Lebt wohl, aber ich denke und hoffe das tut ihr schon. 

23.8.13 00:25


Klartext

Ich habe Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor alldem, was demnächst kommt. Lang genug habe ich das Erwachsen werden, bzw. das Erwachsenenleben vermieden, doch nun führt kein Weg drumerum. Studium, Job, Eigene Wohnung, neues Bundesland, das volle Programm. Ich war schon vorher scheiße und hab mir all meine Gedanken gemacht... Wie soll das erst werden wenn es "erst richtig los geht"? Ich vermute ich versuche mich unbewusst davon zu hindern diesen Weg zu gehen, und werfe mir immer wieder Steine in den Weg... Ich denke auch immer es wird besser... Jeder Joint ist der letzte Joint, obwohl ich indem moment merke, dass dem nicht so ist. Jeder Blogeintrag ist befreiend und der letzte, und doch weiß ich, dass ein Eintrag eine Garantie für einen nächsten ist. Ich irre umher und mache mir Gedanken um nichts. Ich beneide die Menschen, die einfach ihre Werte aufgeben und das ganze so leicht nehmen. Ich bewundere Menschen die mit 16 Jahren wussten, was sie ihr ganzes Leben machen wollen. Ich weiß es jetzt noch nicht, nicht im geringsten. Umsomehr macht mir das kommende Studium Angst, denn die Gefahr ist hoch zu versagen wenn man es eigentlich garnicht will - also das Studium an sich. Ich will ja leider nichts und muss ja irgendwas machen... Und 3 Jahre umsonst Abitur gemacht haben (unabhängig davon wie schlecht...) möchte ich auch nicht. Sonst hätte ich schon vor Jahren einfach eine Ausbildung angefangen und wäre jetzt schon fertig und angestellt in irgend einer Firma.. Doch ich dachte mir immer - Nein, du wirst schon was finden, was du dir vorstellen kannst. Bis heute weiß ich es leider nicht, doch die Uhr läuft ab. Und wenn ich 3 Wünsche offen hätte, wüsste ich nichts damit anzufangen.

 

entschuldigt die langen Sätze, die schlechte Kommasetzung und ungefähr alles was diesen Text ekelhaft zu lesen macht.

3.8.13 03:04


8 Monate

8 Monate ist es jetzt her, seit ich zuletzt hier was geschrieben habe. Ich finde es selbst sehr traurig, denn geändert hat sich nichts. Immer noch irre ich alleine umher, zerfressen von Selbsthass. Ich wünschte ich könnte mal etwas schönes schreiben, doch seit Jahren weiß ich nicht wohin, weil ich immer der Ansicht war, und irgendwo auch noch bin, dass mein Leben mit einem Strick endet. Ich weiß nicht woher dieser Gedanke kommt. Ich habe keine Motivation mein Leben in den Griff zu kriegen, und belächel sogar die dummen Dinge die mich daran hindern etwas zu tun. Ein schwer zu beschreibendes Gefühl, etwa von ironischer Distanz, als hätte ich gott weiß was in der Hand. Aber das habe ich nicht. Und am meisten stört der Gedanke, nicht zu wissen was passiert ist, dass ich so verkorkst und fehl am Platz geworden bin. Die Welt stimmt schon so wie sie ist, alles was existiert ist die logische Konsequenz aus vorhergegangenen Prozessen und Taten. Die Gesellschaft ist im moment wie sie sein soll, etwas zerrüttet, zu verwöhnt und im großen und ganzen ignorant. Aber ich passe hier einfach nicht so richtig rein. Was hat mein Leben so zum schlechten geführt, dass ich nie mit mir selbst im reinen sein könnte? Ist das fair? Ist das höhere Fügung, Schicksal oder wie man es auch nennen möchte? Oder war ich mit meinem individuellen Genpool geboren so zu sein? Vielleicht sogar in einem falschen Jahrhundert am falschen Ort geboren...? Ich weiß es nicht... Ich weiß nichts, und vorallem nichts über das wahre Leben oder Glück oder Liebe. Ich weiß nichts über mich und doch genug um alles zu wissen... Das ich nichts weiß.
24.6.13 00:59


Wir sin hier nich auffer Reeperbahn!

Gestern, etwa 2 Uhr nachts verlassen ein Freund und ich den Proberaum relativ betrunken und in tiefe Gespräche vertieft. Wir stellen uns in eine dunklere Ecke der Straße und fangen an einen Joint zu bauen. Gerade als wir den Joint rauchen kommt eine Gruppe Jugendlicher an uns vorbei, einer von ihnen geht sofort auf uns zu und spricht uns freundlich auf irgendetwas an. Innerhalb weniger Sekunden erfahre ich, dass er aus Hamburg kommt, zu Gast in meiner Stadt ist, und sie scheiße findet (was ich ihm nicht verübeln kann). Aus dem Hintergrund hört man nur einen der Gruppe schreien "Wir sin hier nich auffer Reeperbahn! komm jetzt und lass die Leute in Ruhe!".

Wir hätten uns ja noch mit dem Jungen freundlich unterhalten können, aber sofort wurde er "weg gezogen". Wieso ist das so? Ich fahre in andere Großstädte, Hamburg, Köln, Frankfurt - überall sind die Leute offener zu einander als hier. Für mich war schon immer im Blut "mach soviel du kannst alleine", und es scheint mir als wäre das so ein lokales Ding, hier wo niemand den Kontakt sucht wenn es auch ohne geht, in dieser Großstadt ohne Großstadt-flair. Jeder kennt jeden, keiner grüßt den anderen.

Dieser ganze Gedanke und die lokalen Gemüter der Menschen lassen mich nicht mehr los. Ich muss ständig daran denken und beobachte ständig das Verhalten jeder Person die in meiner Umgebung ist. Ich bemerke die kleinen Peinlichkeiten, die sie zu verstecken versuchen, ich sehe den Scham, die Trauer, den Hass in den Augen fremder. Aus meiner Erfahrung hat sich bisher gezeigt, desto weiter ich Richtung Norden fahre, desto freundlicher und im allgemeinen eher unbekümmerter werden die Menschen, das ging bis nach Oslo so, und das Leben in Skandinavien ist ein ganz anderes, habe ich glaube ich auch schonmal in einem Eintrag erwähnt.

Gute Nacht

20.10.12 01:24


Meh

Und während ich mich so in meinem Alltagsteufelskreis (voriger Eintrag) befinde, finde ich mich ketterauchend in einer kleinen Kneipe wieder. Als der Raum so verrucht tränen mir die Augen und ich muss daran denken wann ich zuletzt geweint habe. Das ist schon fast zwei Jahre her und es kommt mir so vor wie Gestern. Auf der Beerdigung der Mutter meines besten Freundes der ganzen Kindheit. Ich hatte mir schon damals die Frage gestellt ob ich weinen müsste, aber erst als ich meinen Vater sah der weinte konnte ich nicht mehr. So oder so. Ich hatte über die 2 Jahre vergessen wie es war. Es ist schon fast Sehnsucht, vielleicht die, mit der Leute die sich ritzen es beschreiben, man will wissen ob man noch fühlt. So oder so, am Ende des Abends landete ich mit Joints im Park, alleine . Irgendwann läuft ein Lied in meinem Ipod, oft gehört, selten zugehört. Ein Suizid einer jungen Frau, und sie verlässt die Welt ohne Abschiedsbrief. Mir war schon immer klar, dass ich mein Leben selbst beenden würde. In diesem Moment, fast in der Schnelle eines Reflexes schießen mir tausende Gedanken durch den Kopf. So intensiv, dass mein Kreislauf nicht mehr mitspielt und ich anfange zu schwitzen und zu schwindeln. Nach einer kurzen Beruhigung ordne ich die Gedanken; Ich bin nicht in der Lage diese Welt ohne einen Abschiedsbrief zu verlassen. Wie kann ich, jemand der geboren wurde um Mitmenschen zu enttäuschen sich das Recht nehmen, ohne Entschuldigung davon zu schreiten? Es tut mir leid dass ich bin wie ich bin, dass ich stetig Erwartungen untertroffen habe. Würde es keine Menschen geben, denen gegenüber ich mich schuldig fühle, würde ich nicht mehr leben. Die schlaflosen Nächte und Streite die ich meine Eltern gekostet habe, nachdem sie bereits eine perfekte Tochter geboren hatten.. Nein, ich gehe nicht ohne diese Worte, denn man soll wissen, dass es mir nicht leicht fiel all das zu ertragen, und nicht zu verstehen, was es nun ist, was mich selbst daran hindert zu tun was nötig ist. Ich kann nicht gehen ohne Worte für die Freunde zu hinterlassen. Jeder Mensch hat seine Fehler, die Kunst ist es, die der anderen zu ertragen und sie zu tolerieren. Und so unglücklich mein Leben für mich wirkt, so waren diese Zeiten umso unübertroffener. Ich weiß es sieht aus wie der leichteste Ausweg, aber das ist er nicht, das sollte nun hoffentlich klar gestellt sein. Es gibt Menschen die leiden ihr ganzes Leben lang, für Dinge die für andere kleine Probleme sind. Wenn jeder Mensch individuell ist, so ist jedes Wort unausgesprochen und frei von Bedeutung und jeder empfindet jegliche Situation verschieden.

Es ist kein leichter Weg, aber es ist ein Ausweg. Aber vielleicht werd ich auch einfach erwachsen.

24.9.12 10:16


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